Pflege zuhause im Herbst 2026: Infektionsschutz gemeinsam planen
Besuche, Grippeimpfung und Vertretung organisieren: So bereiten Sie die Pflege zuhause auf die Atemwegsinfekte im Herbst und Winter vor.
Wenn mehrere Menschen die Pflege zuhause übernehmen, betrifft ein Infekt schnell den gesamten Tagesablauf. Für den Herbst und Winter 2026/27 lohnt sich deshalb eine kurze gemeinsame Absprache: Was passiert bei Husten oder Fieber, wer übernimmt notwendige Aufgaben und welche Fragen sollen vorab in der Arztpraxis geklärt werden?
Grippeimpfung: Empfehlungen individuell besprechen
Die STIKO empfiehlt die jährliche Grippeimpfung unter anderem allen Menschen ab 60 Jahren und Personen mit bestimmten Grunderkrankungen. Als Impfzeitraum nennt das RKI Herbst und Winter, möglichst Oktober bis Mitte Dezember. Nehmen Sie den Impfpass zum Gespräch in der Praxis mit und fragen Sie, welche Impfungen für die betreute Person und die Pflegenden empfohlen sind. Der Pflegegrad allein entscheidet darüber nicht.
Besuche und Pflege bei Erkältung organisieren
Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit empfiehlt bei Atemwegsinfekten, möglichst zuhause zu bleiben und Kontakte besonders zu gefährdeten Menschen zu vermeiden. Regelmäßiges gründliches Händewaschen, Husten in die Armbeuge und Stoßlüften können zur Verringerung von Übertragungen beitragen. Wenn ein Kontakt trotz Erkrankung unvermeidbar ist, kann eine geeignete Maske eine zusätzliche Schutzmaßnahme sein.
Für die Organisation zuhause können Sie jetzt festlegen:
- Wer sagt Besuchstermine ab und informiert den Pflegedienst?
- Wer kann Essen, Einkäufe und vereinbarte Pflegeaufgaben übernehmen?
- Wo stehen die Kontaktdaten der Praxis und die Angaben zur laufenden Versorgung?
Eine Vertretung sollte wissen, welche Aufgaben sie übernehmen kann und welche fachliche Unterstützung brauchen. Hilfe darf nicht ausfallen, nur weil die bisherige Pflegeperson krank wird. Unser Ratgeber zur Verhinderungspflege erklärt eine mögliche Form der Entlastung.
Pflegeprodukte nach Tätigkeit auswählen
Sortieren Sie den vorhandenen Vorrat und notieren Sie, welche Produkte tatsächlich fehlen. In der Produktübersicht finden Sie Handschuhe, Desinfektionsprodukte und weitere Pflegehilfsmittel. Besprechen Sie unklare Anwendungen mit einer Pflegefachperson; ein Produkt ersetzt keinen abgestimmten Infektionsschutz. Hinweise für den täglichen Ablauf stehen auch im Ratgeber zur Händehygiene zuhause.
Ein guter erster Schritt ist ein gemeinsamer Zettel mit Vertretung, Kontakten und den Fragen für den nächsten Praxistermin. So müssen diese Absprachen nicht erst getroffen werden, wenn jemand erkrankt.
