Wenn Unterstützung bei der Pflege abgelehnt wird
Fachliche Orientierung: ZQP: Gewaltprävention und Demenz. Die folgenden Fragen und Checklisten helfen bei der Vorbereitung im Alltag.
Auslöser und Bedürfnisse unterscheiden
Ist die Tätigkeit ungewohnt? Gibt es Scham, Schmerzen, Angst oder eine unangenehme Tageszeit? Bei Demenz können Erklärungen schwer verständlich sein. Kündigen Sie einzelne Handlungen ruhig an und geben Sie Gelegenheit, selbst mitzumachen. Eine andere Person oder ein späterer Zeitpunkt kann die Situation verändern.
Grenzen respektieren und Unterstützung holen
Zwingen Sie eine Handlung nicht gegen Widerstand durch. Wenn eine notwendige Versorgung dadurch nicht gelingt, braucht es einen gemeinsamen Plan mit Pflegefachperson und gegebenenfalls ärztlichem Team. Bleiben Sie auch mit eigener Überforderung nicht allein. Bei unmittelbarer Gefahr muss rasch passende Hilfe organisiert werden.
Für das Beratungsgespräch sammeln
- Welche konkrete Tätigkeit wird abgelehnt?
- Wann gelingt sie eher und wann nicht?
- Welche Beschwerden werden genannt oder beobachtet?
- Welche Erklärungen und Hilfen wurden ausprobiert?
- Wann ist eine zweite Person oder professionelle Hilfe nötig?
Keine heimliche Medikamentengabe
Beruhigende Mittel oder versteckte Arzneimittel im Essen sind keine eigenständige Lösung für Pflegeabwehr. Rechtliche und medizinische Voraussetzungen müssen fachlich geklärt werden. Zur respektvollen Gestaltung lesen Sie Scham in der Pflege. Bei akut neuem Verhalten ist auch eine körperliche Ursache abzuklären; plötzliche Verwirrtheit benötigt zeitnahe Einschätzung.
