Stürzen zuhause vorbeugen: Wege und Alltag prüfen
Sturzvorbeugung bedeutet nicht, einen Menschen möglichst wenig gehen zu lassen. Es geht darum, Bewegung und Umgebung so zu gestalten, dass sie zu seinen Fähigkeiten passen. Dafür sollten die Wünsche der betroffenen Person einbezogen werden.
Die üblichen Wege gemeinsam ansehen
Gehen Sie typische Strecken in der Wohnung durch: vom Bett ins Bad, vom Lieblingssessel zur Küche, vom Flur zur Haustür. Achten Sie auf lose Kabel, Teppichkanten, Engstellen und unzureichendes Licht. Für einen Rollator muss ausreichend Platz vorhanden sein. Diese und weitere Ansatzpunkte beschreibt die Stiftung ZQP.
Veränderungen überschaubar halten
Vereinbaren Sie zuerst eine konkrete Verbesserung, etwa einen freien Durchgang. Fragen Sie anschließend, ob die Veränderung im Alltag wirklich hilft. Entfernen oder verschieben Sie vertraute Gegenstände nicht ohne Absprache, insbesondere wenn Orientierung ohnehin schwerfällt.
Eine kleine Liste kann lauten: Stelle, beobachtetes Problem, vereinbarte Änderung, Rückmeldung nach der Nutzung. So wird sichtbar, welche Schwierigkeiten noch bestehen.
Bewegung passend unterstützen
Kraft und Gleichgewicht können für die Gangsicherheit wichtig sein. Geeignete Übungen und die richtige Nutzung von Hilfsmitteln sollten individuell durch Fachpersonen erklärt werden. Allgemeine Übungen aus dem Internet passen nicht automatisch zu jeder Erkrankung oder Belastbarkeit.
Auch Schwindel, Benommenheit oder Veränderungen durch Medikamente sollten ärztlich besprochen werden. Verändern Sie Medikamente nicht eigenständig, um ein vermutetes Sturzrisiko zu senken.
Nach einem Sturz nicht einfach weitermachen
Lassen Sie Verletzungen oder neue Beschwerden medizinisch abklären und besprechen Sie mögliche Ursachen. Schauen Sie anschließend gemeinsam, was sich an Unterstützung oder Umgebung ändern sollte. Für größere Anpassungen erläutert unser Beitrag zur pflegegerechten Wohnung, wie Sie Beratung und Finanzierung vorbereiten können.
